Praktische Prüfung

Praktische Prüfung
Ich weiss,dass viele Prüfungsängste haben! Wenn ihr aber gut vorbereitet seid, dann kann man auch relativ gelassen zur Prüfung gehen. Und eins seid Ihr bei mir bestimmt:

Gut vorbereitet!


Bei Bestehen der praktischen Prüfung erhält man seinen Führerschein. Die Prüfung wird auf dem Fahrschulfahrzeug durchgeführt.Der Prüfer ist ein Mitarbeiter des TÜV. Prüfungsfahrten haben eine vorgeschriebene Mindestlänge und man muss bestimmte Anforderungen erfüllen. Damit man von vorne herein diese Anforderungen an die Prüfungsfahrt kennt, haben ich diese im folgenden aufgeführt.

Die praktische Prüfung setzt sich kurzgefasst aus folgenden Teilen zusammen:

Grundfahraufgaben - Auf verkehrsarmen Straßen oder Plätzen durchzuführende Übungen, die dem Nachweis der Fahrzeugbeherrschung bei niedriger Geschwindigkeit dienen.
Fahrprüfung außerhalb geschlossener Ortschaften und Prüfung auf Autobahnen. Der Prüfer erläutert vor Fahrtantritt, in welcher Weise er seine Anweisungen geben wird. Außerdem gibt er die Fahrstrecke und Fahrtziele an.

Fehler :

Nicht alle Fehler führen zum Nichtbestehen der Fahrprüfung. Jede Grundaufgabe darf zweimal wiederholt werden, aber nicht, wenn ein Gegenstand oder eine anderes Fahrzeug angefahren wird, der Bewerber um die Fahrerlaubnis einer Zweiradklasse stürzt oder der Prüfling andere Verkehrsteilnehmer behindert oder gefährdet.

Zum Abbruch der Prüfungsfahrt führen:
wiederholte Fehler bei den Grundfahraufgaben
Gefährdung oder Schädigung anderer Verkehrsteilnehmer
Nichtbeachten der Vorfahrt
Nichtbeachten von roten Ampeln
Fehler, die das Eingreifen des Fahrlehrers erfordern

Bei einer Häufung leichter Fehler, die allein nicht zum Durchfallen führen, gilt die die Prüfung als nicht bestanden. Als da wären:
Verstoß gegen das Rechtsfahrgebot
ungenügender Abstand
falsches Einordnen vor dem Abbiegen
mangelhafte Verkehrsbeobachtung
Nicht- oder Falschbenutzung des Fahrtrichtungsanzeigers
usw.


Allerdings können gute Leistungen bei der Prüfungsfahrt leichtere Fehler ausgleichen.



Hier noch einmal die "ausführlichen" Anforderungen an die Prüfungsfahrt
:


Bei der Prüfungsfahrt muss der Bewerber nachweisen, dass er fähig ist, selbstständig das Fahrzeug auch in schwierigen Verkehrslagen verkehrsgerecht und sicher zu führen und sich dem Verkehrsfluss anzupassen.
1.) Fahrtechnische Vorbereitung

In Einzelfällen kann es zu Kenntnisüberprüfungen über einzelne Funktionen (Warnblinkanlage, Licht, Hupe, ...) des Fahrzeugs kommen.
2.) Verhalten beim Anfahren

Vor und beim Anfahren ist insbesondere der rückwärtige Verkehr zu beobachten. Mit Fahrzeugen der Klasse B sollte nach ca. einer Fahrzeuglänge der Wechsel in den 2. Gang vollzogen sein.
3.) Gangwechsel

Der Bewerber sollte frühestmöglich den nächsthöheren Gang wählen und bei Fahrzeugen der Klasse B bis 50 km/h mindestens die ersten 4 Gänge verwendet haben. Auch der 5. Gang sollte frühestmöglich genutzt werden. Der Bewerber soll zeigen, dass er die richtige Handhabung des Fahrzeuges in Steigungen und Gefällen beherrscht.
4.) Beobachtung der Fahrbahn und Beachtung der Verkehrszeichen und -einrichtungen
5.) Fahrgeschwindigkeit

Die Geschwindigkeit ist der jeweiligen Verkehrslage anzupassen. Eine übertrieben langsame Fahrweise ist unzulässig. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit darf nicht überschritten werden. Allerdings werden kurzfristige Überschreitungen nicht beanstandet. Beim Beschleunigen sind unnötig hohe Motordrehzahlen zu vermeiden.
6.) Abstand halten vom vorausfahrenden Fahrzeug

Der notwendige Sicherheitsabstand zum vorausfahrenden Fahrzeug ist unbedingt einzuhalten.
7.) Überholen

Es muss die Möglichkeit gegeben sein. Dabei ist folgendes zu beachten:
Aufschließen zum vorausfahrenden Fahrzeug höchstens bis zum Sicherheitsabstand
Beobachten des Verkehrsraums vor dem vorausfahrenden Fahrzeug
Beobachten nach rückwärts unter Benutzung der Rückspiegel und gegebenenfalls durch einen Blick in den "Toten Winkel"
Betätigung des Blinkers vor dem Ausscheren
Ausscheren ohne Gefährdung des nachfolgenden Verkehrs und ohne Behinderung des Gegenverkehrs
Zügiges Überholen mit ausreichend Seitenabstand
Betätigung des Blinkers vor dem Wiedereinscheren
Einordnen ohne Behinderung des Überholten
8.) Verhalten an Kreuzungen und Einmündungen
Sorgfältige Beobachtung des Verkehrs
Rechtzeitiges Anpassen der Geschwindigkeit
Rechtzeitige Bremsbereitschaft
Ausreichend große Lücken sollen genutzt werden. Unnötiges Zögern ist zu vermeiden
Einfahren in Vorfahrtstraße ohne wesentliche Behinderung
Bei vorhersehbarem längeren Halt soll der Motor abgestellt werden
9.) Abbiegen und Fahrstreifenwechsel

Beim Abbiegen nach links und beim Wechsel des Fahrstreifens nach links sind Innen- und Außenspiegel zu benutzen. Beim Abbiegen nach rechts und dem Wechsel des Fahrstreifens nach rechts sind der Innenspiegel und der rechte Außenspiegel zu benutzen. Es ist rechtzeitig zu blinken. In besonderen Verkehrssituationen (z.B. Abbiegen bei vorhandenen Radwegen) ist ein Schulterblick erforderlich. Nachfolgender und Querverkehr sind zu beobachten, Ein richtiges und rechtzeitiges Einordnen, auch in Einbahnstraßen, ist erforderlich. Auf langsame Verkehrsteilnehmer (z.B. Radfahrer) ist zu achten. Unnötiges Ausholen in der Fahrstreifen des Gegenverkehrs ist beanstandungswürdig. Außerdem sind unnötige Fahrstreifenwechsel zu vermeiden.
10.) Verhalten gegenüber Fußgängern, die die Fahrbahn überqueren

Der Bewerber darf sich Fußgängern auf der Fahrbahn nur mit einer solchen Geschwindigkeit und einem solchen Seitenabstand nähern, dass sie beim Überqueren der Straße das Gefühl der Sicherheit behalten. Richtiges Verhalten an Fußgängerüberwegen ist besonders wichtig.
11.) Fahren außerhalb geschlossener Ortschaften

11.1) Vorausschauendes Fahren
Beobachten des Verkehrsraums und der Fahrbahnränder
Beobachten des nachfolgenden Verkehrs durch die Rückspiegel, im Nahbereich erforderlichenfalls durch Schulterblick
Beobachten von einmündenden und kreuzenden Straßen bereits aus größerer Entfernung
Rechtzeitiges Reagieren auf entgegenkommende Fahrzeuge, andere Verkehrsteilnehmer, Engstellen, Verkehrszeichen, Fahrbahnmarkierungen, Änderungen der Fahrbahnbeschaffenheit und Hindernisse
Richtiges Einschätzen der Geschwindigkeit anderer Verkehrsteilnehmer
Wählen einer geeigneten Umkehrmöglichkeit und verkehrsgerechtes Umkehren
Deutliches Fahren (z.B. Geschwindigkeit anpassen, Blinken, Einordnen)
Richtige Verhalten bei gefährlicher Fahrbahnbeschaffenheit (z.B. Nässe, Laub, Rollsplitt)
Fahren nach Wegweisern
Vor einem absehbaren Anhalten, z.B. an einer Kreuzung oder vor einer roten Ampel, ohne Gas und ohne Zurückschalten den Schwung nutzen und das Fahrzeug rollen lassen

Unnötiges Bremsen und Beschleunigen vermeiden

11.2) Richtige Fahrbahnbenutzung
Beachten des Rechtsfahrgebots
Einhalten eines ausreichenden Abstands zum Fahrbahnrand
Richtiges und spurtreues Fahren innerhalb des Fahrstreifens
Ausnutzen von Beschleunigungs- und Verzögerungsstreifen

Richtiger Fahrstreifenwechsel

11.3) Fahren auch bei höheren Geschwindigkeiten
Fahren mit höherer Geschwindigkeit, soweit dies möglich (z.B. nicht bei Schnee, ...) ist
Es ist höchstens mit zulässiger Höchst- bzw. Richtgeschwindigkeit zu fahren
nicht ohne triftigen Grund langsam fahren
Abstand halten
Ausnutzen von Überholmöglichkeiten
12.) Fahrtechnischer Abschluss der Fahrt
Sicherung des Fahrzeugs gegen Wegrollen (Gang, Handbremse)
Abschließen
Beobachtung des Verkehrs vor und beim Öffnen der Tür

Du kannst die Prüfung auch auf einem Fahrzeug mit Automatik-Getriebe durchführen, allerdings wird dann die Fahrerlaubnis auf die Führung eines Fahrzeuges mit automatischer Kraftübertragung beschränkt und dies natürlich im Führerschein eingetragen.

Wenn Du die theoretische Prüfung bestanden hast und somit zur praktischen Prüfung zugelassen werden kannst, gelten folgende Mindestzeiten in den einzelnen Klassen:
Klasse

vorgeschriebene Prüfungsdauer
A60 Minuten
A1 45 Minuten

B 45 Minuten

BE45 Minuten

C60 Minuten

CE60 Minuten

C145 Minuten

C1E45 Minuten

D75 Minuten

DE45 Minuten

D160 Minuten

D1E45 Minuten

M30 Minuten